Praxisfälle Endolaser
Minimal-invasive Venentherapie: die Lösung auch für schwierige Fälle
Es werden hier einzelne Problemfälle aus der täglichen Praxis vorgestellt, für die mit Hilfe der minimal-invasiven Venentherapie doch noch eine Lösung gefunden werden konnte.
So können durch die neuartigen Verfahren auch Patienten behandelt werden, bei denen man an die Grenzen der bisherigen Methoden stößt.
Fallbeispiele
Problemfall 1: Höheres Alter
Eine 85-jährige Dame erkundigt sich mit Ihrer Tochter nach Behandlungsmöglichkeiten: Sie müsse bei deutlichen Krampfadern und Beinschwellung täglich ab morgens Kompressionsstrümpfe tragen, dies sei sehr beschwerdelindernd und würde der Schwellung entgegenwirken. Wegen Rheuma in den Händen sei das selbstständige Strumpfanziehen aber nicht mehr möglich. Die im Ort wohnende Tochter müsse schon früh zur Arbeit, der Pflegedienst könne morgens zum Aufstehen nicht pünktlich erscheinen. Zwei Krankenhäuser hätten die Operation aufgrund des Alters abgelehnt.
Lösung: Nach Untersuchung und Beratung wurde problemlos eine ambulante Endolaser-Behandlung durchgeführt. Danach mussten die Kompressionsstrümpfe nicht mehr getragen werden.
Bemerkung: Aufgrund des minimal-invasiven Eingriffes stellt hohes Alter keine prinzipielle Gegenanzeige dar und muss im Einzelfall abgewogen werden.
Problemfall 2: Blutverdünnung
Ein 40-jähriger Patient, der wegen künstlicher Herzklappen Mittel zur Blutverdünnung einnimmt (Marcumar®), erkundigt sich nach Behandlungsmöglichkeiten seiner Krampfadern: Eine Operation unter Marcumar® könne nicht durchgeführt werden. Eine notwendige Umstellung von Marcumar® auf Heparin während der Operation möchte der Patient nicht riskieren, da es bei früheren Eingriffen zu Problemen mit der Dosierung und einer Thrombose gekommen sei.
Lösung: Nach Untersuchung und Beratung wurde eine Endolasertherapie unter laufender Marcumar-Therapie durchgeführt. Der Patient erhielt kein Heparin.
Bemerkung: Aufgrund des minimal-invasiven Eingriffes ist im begründeten Einzelfall der Eingriff unter laufender Marcumar®-Dosierung möglich.
Problemfall 3: Schwere arterielle Durchblutungsstörung
Ein 50-jähriger Patient mit einem offenen Bein (Ulcus = Geschwür), Krampfadern und schwerer Durchblutungsstörung der Arterien wird vom Hautarzt vorgestellt. Das wahrscheinlich hauptsächlich von den Krampfadern verursachte Geschwür zeigt seit 9 Monaten keine Heilungstendenz, da die notwendige Kompression (Verband oder Strumpf) aufgrund der schlechten Arteriendurchblutung auf keinen Fall angewendet werden darf. Eine operative Verbesserung der Arteriensituation sei nicht möglich.
Lösung: Nach Untersuchung und Beratung wurde trotz der Arterienproblematik eine Endolaser-Therapie durchgeführt. Es wurde ein Druckverband auf die zuvor mit Ultraschall nachgezeichnete Rosenvene und dann ein leichter Kompressionsverband angelegt (Exentrischer Verband). Das Geschwür heilte daraufhin allmählich ab.
Bemerkung: Aufgrund des minimal-invasiven Eingriffes ist im Einzelfall der Eingriff mit einer speziellen lokalen Kompression möglich; auch bei Arterienerkrankungen (Druckwerte unter 80 mm Hg).
Problemfall 4: Kompression nicht möglich
Eine junge Dame mit schwerer Hautallergie musste die notwendige Behandlung Ihres Krampfaderleidens immer wieder hinausschieben, da sie Kompressionsstrümpfe wegen ihrer Allergie nicht verträgt. Verschiedene Versuche mit allergiearmen Materialien, ungefärbten Strümpfen und Verbänden hatten keine Besserung gebracht.
Lösung: Nach Untersuchung und Beratung wurde trotz zu erwartender Probleme bei der Kompression eine Radiowellentherapie durchgeführt. Für 2 Tage gelang zeitweise eine Kompression mit den unterschiedlichsten Binden und konnte dann ganz abgesetzt werden.
Bemerkung: Aufgrund des minimal-invasiven Eingriffes ist im Einzelfall der Eingriff mit keiner oder sehr kurzer Kompression möglich. Bei manchen Patienten mit schweren Allergien oder ausgeprägtem "Engegefühl" können auch große Krampfadern (z.B. mit der Radiowellentherapie) strumpffrei behandelt werden.
Problemfall 5: Problemfall Varizenblutung
Eine betagte Dame, die bereits mehrfache Krampfaderoperationen hinter sich hat, mit umfangreichen Krampfadern wird immer wieder vom Rettungsdienst in die Ambulanz gebracht; Grund: Krampfader-Blutung am linken Unterschenkel. Eine Krampfader-Operation ist aufgrund des ausgeprägten Befundes problematisch, Kompressionsstrümpfe werden abgelehnt.
Lösung: Nach Untersuchung und Beratung wurde als "kleine Lösung" die ultraschallgesteuerte Schaum-Sklerosierung der blutungsgefährdeten Krampfadern am Unterschenkel durchgeführt. Dazu wurde wenige Tage ein Kompressionsstrumpf getragen.
Bemerkung: Aufgrund des minimal-invasiven Eingriffes können bei sonst nicht durchführbarer Operation zumindest Teilerfolge erzielt werden. So ist im Einzelfall ein Eingriff mit keiner oder nur sehr kurzer Kompression möglich.

